Konzeption der Klinikseelsorge

Christliche Klinikseelsorge soll den Menschen in seiner besonderen Lebenssituation des Krank-Seins begleiten und ihm Angebote machen, die das Heil-Werden unterstützen. Das bedeutet zum einen, die Patienten bei ihrer christlichen Sozialisation abzuholen und die Stärken eines Gehalten-Werdens im Glauben zu Tage zu fördern und zu unterstützen. Zum anderen kann es auch bedeuten, den Patienten, die das wünschen, die Frohe Botschaft von Jesus Christus zu erklären und zugänglich zu machen.

Voraussetzungen für die Arbeit der Klinikseelsorge:

Bei dieser Arbeit gilt für mich die Voraussetzung, dass die jeweiligen (unterschiedlichen) Glaubensüberzeugungen akzeptiert und toleriert werden. Seelsorge (gerade im Kontext eines Krankenhauses) geht immer von der Ganzheitlichkeit des Menschen aus. Denken und Fühlen, Körperlichkeit und Spiritualität gehören zu jedem Menschen. Die Klinikseelsorge hat ihre spezifische Profession bei den religiösen und spirituellen Fragen der Patienten.

Ziele der Klinikseelsorge

Die Klinikseelsorge möchte für Patientinnen und Patienten der Klinik da sein.

Dabei will sie

- die Beziehung des Menschen zu Gott stärken.
- die Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt im Sinne von Gemeinschaftserlebnissen fördern.
- die Beziehung des Menschen zu sich selbst als von Gott geliebter Mensch unterstützen.
Die Klinikseelsorge hält ihre Angebote für alle Menschen gleich welcher Konfession oder Glaubensrichtung offen. Diese Angebote umfassen u.a.:
- Seelsorgerliche Einzel- und Gruppengespräche auf den Stationen oder bei Spaziergängen etc. Inhaltlich geht es dabei größtenteils um Zuhören, Rat oder Hilfe: persönliche Glaubensstärkung, Klärung theologischer Fragen, Aufdeckung krankmachender Glaubenselemente, Fragen nach Schuld und Vergebung, etc.
- Gottesdienste und Andachten (Sonntags zur gewohnten Zeit in der Kirche, Stat. 21, HPE, WPH).
- Sterbe- und Trauerbegleitung.
- Ethische Beratung
- Vermittlung von Kontakten zu Ortspfarrern, Geistlichen anderer Konvenienz.

Die Klinikseelsorge möchte für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik da sein.

Dabei will sie

* Hilfestellung in geistlich-seelsorgerlichen Fragen geben.
* ein offenes und unabhängiges Ohr haben für die Sorgen und Nöte.
* einladen zu Mitarbeit im jeweils subjektiven Arbeitsfeld.

Die Klinikseelsorge möchte das Ziel der Klinik, die Patienten ganzheitlich zu versorgen und multiprofessionell zu begleiten, unterstützen, indem sie

* Kontaktaufnahme und klärende Gespräche sucht und anbietet.
* unter Wahrung des Seelsorge- bzw. Beichtgeheimnisses die Kommunikation über Krankheitsverläufe unterstützt.
* gegenseitige Rücksichtnahme auf nicht austauschbare Kernkompetenzen nimmt und darum bittet.

Die Klinikseelsorge pflegt die Kontakte nach außen und überregional:

* in überregionalen Treffen mit Klinikseelsorgern aus ganz Hessen.
* in regionalen Treffen mit Klinikseelsorgern aus dem Landkreis.
* Mitarbeit in Gremien zur Förderung von Kontakten zw. Medizinern und Therapeuten und Seelsorgern (z.B. Akademie f. Psychotherapie und Seelsorge Marburg, APS)
* als Gemeindepfarrer von Haina (Kloster) ein Bindeglied zwischen Ort und Klinik

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